2 a.

Der Osterglaube


I. Die Auferstehung Jesu von Nazareth

1. Paulus Antwort an die Thessalonicher
2. Der Streit um das Wie der Auferstehung Jesu
3. Was versteht Paulus unter einem pneumatischen Leib (1Kor 15,35-55)?
4. Die vor-evangelischen Traditionen
5. Das 'Sehen' des Paulus
6. Die Auferstehung Jesu – ein Wunder
7. Der religionsgeschichtliche Hintergrund der Vorstellung von der Auferstehung
8. Gelebter Glaube schließt die Hoffnung ein.

2 b.

II. Ostergeschehen und Osterberichte

1. Der Bericht des Paulus (1Kor 15,3-11) und die Bedeutung der Verklärungsgeschichte für die Entstehung der zweiten Vision des Petrus
    a. Der Bericht des Paulus (1Kor 15,3-11)
    b. Die Bedeutung der Verklärungsgeschichte Jesu für die Entstehung der zweiten Vision des Petrus
2. Das leere Grab und die Auferstehungsleiblichkeit
    a. Paulus und das leere Grab
    b. Die Grablegungsgeschichte
    c. Ergebnis und theologische Folgerungen
3. War das Grab Jesu leer?
4. Die Engelerscheinung der Grabesgeschichte (Mk 16, 1 - 8 par)

2 c.

III. Gegenwart und Ankunft des Herrn

1. Argumente für den Glauben der ältesten Gemeinde
2. Nachösterliche 'Transformation' der Verkündigung
3. Maranatha
4. "Siehe ich bin bei euch alle Tage..." (Mt 28,20)

IV. Anhang: Die Auferstehung der Toten - ein Denkmodell neben anderen

1. Ansatz der Eschata im Tod
    a. Die Vorstellung von der individuellen Auferstehung im Tod
2. Vermittlung von Geschichte und Vollendung in der Zuordnung der Denkmodelle: Unsterblichkeit der Seele und ‘leibliche’ Auferstehung
3. Das Sonderstück Mt 27,51b-53



I. Die Auferstehung Jesu von Nazareth


“Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich“ (1Kor 15,13f).


1. Paulus Antwort an die Thessalonicher


Die frühe Urgemeinde lebte in der Naherwartung der Parusie. Man rechnete damit, dass Jesus als der Auferstandene oder als der Erhöhte oder als der Menschensohn noch zu Lebzeiten der ersten Generation wiederkommen würde. Das aber bedeutete dann das Ende dieser Welt. Wo aber mit dem Weltende in der Zeit des eigenen Lebens gerechnet wurde, da konnte die Frage, was aus den Toten wird, nicht aufkommen (179).

In der frühen Urgemeinde hat es sicher auch Todesfälle gegeben (z.B. Stephanus). Man kann vermuten, dass man im Bereich des Judenchristentums unreflektiert an der weltanschaulichen Überzeugung von der Totenauferweckung festhielt und darum hier kaum ein Problem empfand. Die Frage der Auferstehung der Toten war dann keine Frage, die die palästinensische Urgemeinde als Christen tangierte. Möglicherweise hat man auch mit der Entrückung des Märtyrers gerechnet. Nach der Darstellung der Apg sieht der sterbende Stephanus den Himmel offen und dort den Menschensohn (Apg 7,55f). Ein eigentliches Problem entstand erst da, wo die Vorstellung von der Auferstehung der Toten nicht bestand, im Heidentum (179).

Die christliche Botschaft des Paulus im 1Thess ca. 50 n. Chr. lautet: Es ist letzte Zeit, es gilt sich bereit zu halten für das Kommen des Sohnes Gottes. Wenn man sich jetzt an ihn hält, wird er von dem kommenden Zorn am Tage des Gerichts erlösen (1Thess 1,9f) (179f).

Nach der Abreise des Paulus aus Thessalonich sind in der Gemeinde Todesfälle eingetreten, mit denen man nicht fertig wird: Christen trauern um ihre Toten. Daraus geht hervor, dass Paulus bei seiner Missionspredigt und während seines Aufenthaltes in Thessalonich nicht über die Auferstehungshoffnung gesprochen hat. Angesichts der als nah erwarteten Wiederkunft Christi war das nicht nötig. Die Thessalonicher sind der Meinung, dass die inzwischen Verstorbenen an der Parusie und damit am kommenden Heil keinen Anteil haben werden. Sie halten die Toten für verloren. Paulus sagt ihnen nicht: Die Toten gehen ihres Heils nicht verlustig, denn Gott wird die Toten auferwecken. Wenn Paulus so vorgegangen wäre, hätte er das Problem nicht von seinem Glauben her gelöst, sondern von seiner jüdischen Weltanschauung. Das hätte jeder Jude ebenso gekonnt, dazu brauchte er nicht Christ zu sein. Ein Muslim könnte das heute ebenso. Alle hätten eine vorgegebene Vorstellung zu Hilfe genommen, um eine akute Schwierigkeit in der Gemeinde zu beseitigen. Das wäre keine spezifisch christliche Hilfe (180).

1Thess 4,13 – 5,11: Die Thessalonicher sind in Gefahr, in Hoffnungslosigkeit zu verfallen. Die hat darin ihren Grund, dass ein Mangel an Glauben vorliegt. 4,14: Wenn ihr glaubt, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, d.h. wenn ihr glaubt, das Gott in Jesus entscheidend für euch gehandelt hat, dann schließt dieser Glaube ein: “Gott wird die Entschlafenen um Jesu willen mit ihm einherführen“. Hier spricht Paulus nicht von der Auferstehung der Entschlafenen, sondern er benutzt die Vorstellung der Entrückung. Zur Veranschaulichung der Hoffnung benutzt Paulus übernommene Vorstellungen (181f).

Der Glaube verwirklicht sich darin, dass die Thessalonicher in der noch herrschenden Dunkelheit (in der Nacht) schon als Kinder des kommenden Tages leben. Sie können das, weil Gott sie 'gesetzt' hat, das kommende Heil zu erwerben. Glauben heißt, das kommende Heil jetzt eintreten zu lassen. Wo diese Zukunft in der Gegenwart gelebt wird, da ist Hoffnung im Glauben selbst mit angelegt. Paulus sagt: Wer so glaubt, der weiß, dass wir, ob wir nun wachen oder schlafen (ob wir bei der Parusie noch am Leben sind oder nicht), mit Jesus zusammen leben werden (183).


2. Der Streit um das Wie der Auferstehung Jesu


Wer sich die damalige Auferstehung Jesu massiv vorstellt und derjenige, der 'nur' eine 'geistige' Auferstehung annimmt, ist ein Betroffener und damit ein Glaubender. Jesus ist nach der 'geistigen' Vorstellung zwar im Grab geblieben, aber er ist geistig zu neuem Leben erweckt worden. Das ist der Ermöglichungsgrund dafür, dass ich heute an Jesus glaube. Die beiden Aussagen unterscheiden sich in der Vorstellung vom Wie der damaligen Auferstehung (23).

Es werden zwar gleiche Formulierungen benutzt, um zum Glauben, um in Betroffenheit zu rufen, aber dabei liegen unterschiedliche Vorstellungen von 'auferstanden' zugrunde. (33)?

Am Anfang der Evangelien wird Vergangenheit dargestellt, um zu zeigen, wie heute Glaube an Jesus konkret aussehen soll. Diese Vergangenheit ist auch heute verbindlich, denn Jesus ist auferstanden (44).

Mt 28,19: Das Wesen der Jüngerschaft (das Wesen der nachösterlichen Betroffenheit durch Jesus) besteht darin, dass man sich auf das einlässt, was der irdische Jesus 'angeordnet' hat. Matthäus kommt es darauf an, dass heute die Jüngerschaft des irdischen Jesus weitergeführt wird (51).

Lk 24,34: Am Ende der Emmaus-Geschichte ist ein vollständiger Umschwung erreicht. Jetzt hat sich die Überzeugung durchgesetzt: Jesus lebt! Ausgelöst wurde diese Überzeugung durch das Sehen Jesu.
Diese Überzeugung setzt nicht voraus, dass bereits alle Jesus gesehen haben. Denn obwohl die Elf und die anderen bei ihnen nur von einer Erscheinung vor Simon zu erzählen wissen, sagen sie doch alle: “Der Herr ist wahrhaftig auferstanden“! Ein Engelwort hat diese Überzeugung nicht zustande bringen können (Lk 24,11f). Die Emmaus-Jünger kommen erst später dazu, ihr Erlebnis des Sehens Jesu zu erzählen. Man weiß also nur von der Erscheinung vor Simon und gründet darin seinen Glauben Jesus lebt (55f).

Nirgendwo wird behauptet oder dargestellt, dass irgendjemand Zeuge der Auferstehung Jesu gewesen sei. Immer handelt es sich um Begegnungen mit Jesus nach seinem Tod. Obwohl Identität vorliegt, kann man Jesus nicht ohne Weiteres erkennen (Emmaus-Jünger, Maria Magdalena, die Fischer am See Tiberias). Immer müssen erst die 'Augen' der Zeugen geöffnet werden. Warum ist das nötig, wenn Jesus doch in seinem alten Leib erscheint (69f)?

Sollte es so sein, dass das, was uns interessiert (die Leiblichkeit des Auferstandenen), damals gar nicht interessiert hat? Das so uneinheitliche Bild legt diese Vermutung nahe (72).


3. Was versteht Paulus unter einem pneumatischen Leib (1Kor 15,35-55)?


In Korinth gibt es Leute, die die Auferstehung der Toten leugnen. Der Leib zerfällt in der Erde. In welchem Leibe soll der Mensch auferstehen? Paulus antwortet: in einem pneumatischen Leibe (73).

Hier stoßen zwei grundverschiedene Anthropologien aufeinander. Wenn wir Leib sagen, verstehen wir darunter den Körper. Der Körper zerfällt in der Erde. Paulus versteht unter soma jedoch nicht den Körper, sondern er drückt mit diesem Begriff die Identität der Person vor und nach dem Tode aus. Die Auferstandenen sind dieselben wie die, die gelebt haben. Es handelt sich um dasselbe Ich.

Wenn Paulus vom irdischen Leib (irdischem Ich) spricht, dann gilt von diesem irdischen Ich, dass es anschaubar, betastbar ist, dass es essen und trinken kann. Es ist Fleisch und Blut. Das Auferstehungs-Ich (der pneumatische Leib) existiert in einer davon vollständig unterschiedenen Existenzweise. Wie dieser Leib (dieses Ich) aussieht, kann Paulus nicht angeben. Er behauptet (mit Hilfe des Begriffes Leib) nur die Identität des Ich – in totaler Andersartigkeit.

Den irdischen Leib (das Ich in Fleisch und Blut) vergleicht Paulus mit einem Samenkorn, das ausgesät wird, stirbt und zerfällt. Der pneumatische Leib (das Ich in völlig anderer Existenzweise) setzt aber nicht voraus, dass Fleisch und Blut, dass der Körper, der in die Erde gelegt war, mit neuem Leben erfüllt wird. An dieser Stelle gibt Paulus dem korinthischen Einwand recht: Der Körper verwest und darum setzt ein pneumatischer Leib auch kein leeres Grab voraus (73).

Mit der Bezeichnung pneumatischer Leib wird die Identität mit dem irdischen Ich behauptet. Der pneumatische Leib entzieht sich jeder Vorstellung. Nur mit Bildern kann Paulus ausdrücken, was er meint. Selbstverständlich kann ein (pln verstandener) pneumatischer Leib nicht essen und betastet werden (73f).

Alle Evangelisten (Mk, Mt, Lk, Joh) stellen das 'Ostergeschehen' als einen Ablauf von Ereignissen dar. Eine Harmonisierung des verschieden dargestellten Ablaufs erweist sich als unmöglich. Zu der Zeit, als die Evangelisten ihre Evangelien schrieben, gab es in der Urgemeinde keine einheitliche Auffassung vom Wie des Ostergeschehens. Offenbar spielte das Wie damals nicht die entscheidende Rolle. Denn wenn man wirklich am Wie interessiert gewesen wäre, hätte man das Wie auch einheitlich dargestellt (78f).

Die Evangelisten fanden die Einzeltraditionen vor. Da es in der Urgemeinde keine einheitliche Überlieferung gab, versuchte jeder, die vermutlich richtige Reihenfolge herzustellen. Jeder der Evangelisten war bei der Abfassung seines Werkes von einer bestimmten Konzeption geleitet. Die war bestimmt durch die Zeit, in der er schrieb, durch den Leserkreis, für den er schrieb und durch theologische Probleme, die ihm aufgegeben waren (80).

Allen Evangelisten liegt daran zu zeigen: Das Wirken Jesu geht trotz seines Kreuzestodes weiter. Die Evangelien-Schlüsse wollen immer begründen, warum das, was über die Vergangenheit (über Jesu Reden und Wirken) erzählt wird, keine vergangene Sache ist, sondern ihre Gegenwart angeht. Es besteht eine Kontinuität vom Auftreten Jesu bis zu seiner gegenwärtigen Wirksamkeit. Weil Jesus nicht tot ist, sondern lebt, darum bestimmt sein damaliges Reden und Tun heute den Glauben. Dass es nach Karfreitag weitergeht, geht immer auf ein neues Auftreten und Eingreifen Jesu zurück, auf ein neues Senden (81).


4. Die vor-evangelischen Traditionen


1Kor 15,3-8: Wenn Paulus mit Hilfe dieser Zeugenkette darauf hinweisen will, dass sie alle die Auferstehung Jesu verkündigen (V 11: “Seien es nun ich oder jene – so verkündigen wir, und so seid ihr zum Glauben gekommen“), dann sind die Genannten (wie auch er) nicht Zeugen für die geschehene Auferstehung selbst, sondern Zeugen von Erscheinungen. Die 'Auferstehungs-Zeugen' haben die Auferstehung Jesu nicht erlebt. Ihr Erlebnis wird vielmehr als ein Sehen Jesu angegeben (84f).

Die Ersterscheinung war die vor Petrus. Die Erscheinung vor den Zwölfen ist danach einzuordnen. Bei Lukas soll die Priorität der Erscheinung vor Petrus gewahrt werden. Das geschieht dadurch, dass die Jünger in Jerusalem den Emmaus-Jüngern ins Wort fallen. Die Erscheinung vor Petrus wird in einer Formulierung genannt, die an 1Kor 15,5 anklingt (85f).

In Lk 24,34 heißt es, dass die Jünger (in Jerusalem) zum Glauben gekommen sind, obwohl Jesus doch bisher nur dem Petrus erschienen ist. Den zurückkehrenden Emmaus-Jüngern rufen sie entgegen: “Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und dem Simon erschienen“! Sie sagen das (und glauben an den Auferstandenen), bevor sie selbst eine Erscheinung erfahren haben. Von der wird erst nachher erzählt (92).

Die Reihenfolge der Erscheinungen in den Evangelien geht auf das Konto der Evangelisten. Nach Lk 24,34 glaubten die Jünger, bevor sie selbst eine Erscheinung erfuhren. Es gibt keinen Grund zu bezweifeln, dass Petrus wirklich der erste war, der nach Karfreitag zum Glauben an Jesus kam. Dieses Zum-Glauben-Kommen des Petrus wird begründet mit einem Sehen Jesu. Petrus kam nicht nur als erster zum Glauben, sondern er hat auch zu anderen davon gesprochen. Lukas stellt es so dar, dass die anderen durch die Verkündigung des Petrus zum Glauben kamen. Wer behauptet, dass es noch einer Erscheinung Jesu vor den anderen bedurfte, damit sie zum Glauben kommen konnten, müsste zugeben, dass man überhaupt (bis heute) nur dann zum Glauben kommen kann, wenn man eine Erscheinung Jesu erlebt hat (92f).

Warum wird die zweite Erscheinung noch erzählt, nachdem die Elf (Zehn) schon zum Glauben gekommen sind? Nicht ihr Gesehen-Haben ist ein Problem, sondern ein Problem ist, warum man ihr Gesehen-Haben, das nicht begründend war für den Glauben noch besonders erwähnt. Warum erzählte man von Erscheinungen vor über 500 Brüdern, vor Jakobus und vor allen Aposteln? Für das Zum-Glauben-Kommen der Zehn war die Erscheinung nicht nötig. Geglaubt haben sie schon vorher. D.h. dass auch ihr Glaube an der Erscheinung vor Petrus hing. Da die Erscheinung vor Petrus andere in den Glauben führte, war mit dieser Ersterscheinung von Anfang an das funktionale Moment verbunden (93f).

Es ist von den Zwölfen die Rede, nicht aber von Elf. Unklar ist das Verhältnis der Zwölf zu allen Aposteln. Auf jeden Fall überschneiden sich beide Kreise zum Teil. Warum wird erzählt, dass die mehr als 500 Brüder eine Erscheinung hatten? Warum wird das von Jakobus erzählt? Warum von allen Aposteln (94f)?

Der Kreis der Zwölf war der Träger der Jesus-Tradition. Die Funktion der Apostel war in erster Linie die Mission. Jakobus stand nach Petrus der Jerusalemer Gemeinde vor. Seine Funktion war die Leitung. Bei der Gruppe der mehr als 500 Brüder handelte es sich vielleicht um die Gesamtgemeinde. Diese (bestehenden) Gruppen überschnitten sich sicherlich mannigfach. Manche Christen gehörten zwei, manche vielleicht auch drei Gruppen an (95).

Was will man damit sagen, dass die einzelnen Gruppen eine Erscheinung Jesu erlebt haben? Ihr Glaube, die mannigfachen Funktionen, die sie ausübten, gründen alle in der Ersterscheinung vor Petrus. Sie alle werden in diese Ersterscheinung mit hineingenommen. Der Ausgangspunkt für die Formulierung der Formel liegt nicht beim Geschehen, sondern bei den Gruppen, die in der Gemeinde (später) da sind (95).

Der Glaube der Zwölf (!) hatte nicht in der Erscheinung Jesu vor ihnen seinen Grund, sondern er hatte ihn ausschließlich in der Erscheinung vor Petrus. Das zeigt uns, dass die Formel, wenn sie von den Zwölfen redet, von Glaubenden d.h. von der bestehenden Gemeinde aus konzipiert ist. Sie kann nicht begründen wollen, dass das Sehen den Kreis der Zwölf konstituierte. Es ist nun nicht mehr nötig, für Petrus das Erlebnis mehrerer Erscheinungen anzunehmen (zuerst allein, dann im Kreis der Zwölf, dann im Kreis aller Apostel, dazwischen auch noch im Kreis der mehr als 500 Brüder) (97).

Die Zwölf waren Träger der Jesus-Tradition. Es bildete sich eine Gruppe heraus, die Mission betrieb: Petrus, einige der Zwölf und andere, das waren die Apostel. Mit welcher Begründung betreiben sie Mission? Sie haben Jesus gesehen. Es gab diese Gruppen in der Urgemeinde und es gab Funktionen. Die Aufzählung in der Formel hat nicht den Sinn, ein mehrfach wiederholtes Sehen vor immer verschiedenen Personen und Gruppen darzustellen, sondern es sollen die verschiedenen Personen und Gruppen zusammengefasst werden, indem von allen das Gemeinsame gesagt wird: Sie haben gesehen (97f).

Paulus will sich mit diesem Kreis zusammenschließen. Er will sagen, dass auch er in diesen Kreis mit hineingehört: (“Sei es nun ich, seien es jene – so haben wir verkündigt und so seid ihr zum Glauben gekommen“ 1Kor 15,11). Die Formel will nicht die Zahl der Erscheinungen referieren, sondern sie will spätere Funktionen, den späteren Glauben der Gemeinde und auch die spätere Leitung durch Jakobus als aus einer Wurzel kommend begründen: aus der Erscheinung (98).

Die erste Erscheinung löste bei Simon den Glauben aus. Dadurch wurde Simon Fels, wurde er Petrus. Sein Glaube führte auch die anderen zum Glauben. Deshalb hat man in der frühen Urgemeinde formuliert: “Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und dem Simon erschienen“ (Lk 24,34). Nach Karfreitag war Simon der erste, der zum Glauben an Jesus kam. Die Begründung für dieses Zum-Glauben-Gekommen-Sein wird angegeben, indem man sagt, Simon habe Jesus gesehen. Der Glaube des Simon wird verstanden in seiner gemeindegründenden Funktion. Feststellbar ist: der gemeindebildende Glaube des Simon und die Behauptung der Urgemeinde, dass dieser Glaube seine Wurzel in einem Sehen Jesu hatte (99).


5. Das 'Sehen' des Paulus


Paulus bringt die Auferstehung Jesu nicht in Beziehung zu seinem Damaskus-Erlebnis. Er weiß sich durch das Erlebnis vor Damaskus als zur Heidenmission ausgesandt (Gal 1,15-17). Er spricht von seinem Erlebnis nicht mit Hilfe der Vokabel 'sehen' sondern 'offenbaren', als Enthüllen von etwas bisher Verborgenem: “Gott offenbarte seinen Sohn (in) mir“. Paulus begründet seine Unmittelbarkeit, indem er nachweist, dass er seine Mission unabhängig von Jerusalem begonnen hat (104f).

1Kor 9,1-2: “Habe ich nicht Jesus, unseren Herrn gesehen? Und seid ihr nicht mein Werk in dem Herrn? Wenn ich auch für andere nicht Apostel bin, für euch bin ich es, denn das Siegel meines Apostolats seid ihr in dem Herrn“. Die Korinther sind durch die Arbeit des Paulus zum Glauben gekommen. Durch die Predigt des Paulus in Korinth ist der Beweis des Geistes und der Kraft erbracht. Weil die Korinther das erfahren haben, darum müssen sie zugeben, dass Paulus ihr Apostel ist, darum kann der Apostolat des Paulus nicht fraglich sein (105f).

Historisch begründet Paulus seinen Apostolat mit dem Damaskus-Erlebnis, theologisch begründet er ihn mit der Existenz der Gemeinde (107).

Was immer Paulus erlebt hat, er sagt: Gott hat an mir gehandelt (1Kor 15,8). Dass sein Evangelium von Gott kommt, das kann die Gemeinde nur erfahren, wenn sie auf Grund des Evangeliums selbst zum Glauben kommt (109).

Das Widerfahrnis vor Damaskus hat Paulus nicht zu der Überzeugung gebracht, Jesus sei auferstanden. Das 'Ostern des Paulus' bedeutet sein Zum-Glauben-an-Jesus-Kommen. Dieses Zum-Glauben-Kommen kann ganz verschieden geschehen (109f).

In 1Kor 15,15-17 (“Ist Christus nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig“) führt Paulus nicht einen Tatsachenbeweis für die geschehene Auferstehung Jesu (den könnte er überhaupt nicht erbringen), sondern er führt einen 'Beweis' innerhalb einer bestimmten theologischen Logik: Weil ihr wisst, dass ihr zum Glauben gekommen seid, müsst ihr zugeben, dass euer Glaube eine Voraussetzung hat. Paulus argumentiert von den Folgen aus. Da diese (wie die Korinther wissen) unbestritten sind, müssen auch die Voraussetzungen stimmen (111).

Vom Glauben aus kann man nicht die geschehene Auferstehung Jesu erschließen. Darüber kann man nur informiert werden. Die Predigt von der Auferstehung Jesu kann zum Inhalt haben: Jesus lebt, darum geht er mich unbedingt an. Als Lebendigen kann man Jesus im durch die Predigt ausgelösten Glauben erfahren. Wie er lebendig wurde, kann der Glaube nicht ermitteln. Paulus war vom Geschehen-Sein der Auferstehung Jesu überzeugt. Aber er führt weder in 1 Kor 15 noch sonstwo einen 'Tatsachenbeweis' dafür (113).


6. Die Auferstehung Jesu – ein Wunder


Der Satz: “Jesus ist auferstanden“ kann einerseits bedeuten: Jesus lebt, darum geht er mich heute unbedingt an, anderseits kann dieser Satz besagen: Gott hat Jesus auferweckt. Das Wunder liegt beim heutigen Glauben. Dass es sich damals um ein Wunder handelte, kann ich bestenfalls ahnen, wenn ich um das entsprechende Wunder heute weiß (115f).

Bei Paulus haben wir gesehen, dass er zuerst von einem Offenbaren, später von einem Sehen sprach und dabei immer dasselbe Erlebnis meinte: sein Zum-Glauben-Kommen vor Damaskus. So ist es denkbar, dass Simon so zum Glauben gekommen ist, andere das dann dadurch ausdrückten, dass sie sagten, Jesus sei Simon erschienen. Bei der Rückfrage erreichen wir nur die Behauptung, Jesus sei auferstanden. Wir kennen niemanden in der Urgemeinde, der behauptet hat, Zeuge dieses Geschehens gewesen zu sein (117).

Ob Paulus vor Damaskus wirklich gesehen hat oder nicht – auf jeden Fall war es so, dass nicht der glaubende Paulus das Erlebnis hatte, sondern der Verfolger. Durch dieses Erlebnis kam er zum Glauben (119).

Jesu Tun und Reden war ein wirkliches Geschehen, eine Tatsache. Dass es sich um ein Geschehen zum Heil der Menschen handelte (also um eine Heilstatsache), kann kein Historiker feststellen. Die Antwort des Historikers auf die Frage, ob Jesus auferstanden sei, muss lauten: Das weiß ich nicht, das kann ich nicht mehr feststellen. Behauptet der Christ mit Hilfe seines Glaubens den Ereignischarakter der Auferstehung Jesu, so überschreitet er seine Grenze (121f).

Für die, die zum Glauben kamen, passierte nichts anderes als für die, die Jesus ablehnten oder gar verfolgten. Wer aber glaubte, 'sah', dass Gott am Werke war. Was historisch konstatierbar ist, das ist für alle gleich. Man kann nicht etwas ein historisches Ereignis nennen, was mit den Mitteln der historischen Forschung nicht nachweisbar ist (122f).

Die Aussage: “Der Herr ist auferstanden und dem Simon erschienen“ ist ein Glaubenszeugnis. Der eigene Glaube wird bekannt und andere werden in diesen Glauben gerufen. Am Glauben des Petrus orientiert, in den man sich selbst gestellt weiß, ruft man andere in diesen Glauben (126).

Gott hat Jesus bestätigt als den, wie er da war: Jesus hat in seinem irdischen Leben den Menschen Vergebung der Sünden im Namen Gottes zugesprochen. Er hat ihnen zugemutet, ihr Leben ganz auf Gott zu stellen, die Sorge um den kommenden Tag wirklich Sorge des kommenden Tages sein zu lassen. Er hat ihnen zugemutet, ganz für den Nächsten dazusein. Er hat ihnen zugemutet, ihr Leben (d.h. ihren Versuch, sich selbst behaupten zu wollen) aufs Spiel zu setzen. Er hat ihnen zugemutet, auch dort für den Frieden einzutreten, wo das (menschlich kalkuliert) gefährlich ist, weil das Verzicht auf eigenes Recht bedeuten kann. Und er hat den Menschen verheißen, dass sie im Tun dieser Zumutung das wahre Leben, das Leben mit Gott finden würden (127f).

Der Glaube, in den Petrus nach dem Tode Jesu gestellt wurde, in den sich dann andere stellen ließen und in den diese anderen dann erneut andere riefen, kann inhaltlich nur so bestimmt werden, dass es der Glaube war, in den Jesus von Nazareth gerufen hatte. Der nachösterliche Glaube (der Glaube an den Auferstandenen) hat keine anderen Inhalte als der vorösterliche Glaube, in den Jesus rief.
In den Evangelien ist das Ostergeschehen jeweils als Ablauf dargestellt. In den Einzelheiten (Reihenfolge, Orte, Personen) unterscheiden sich diese Abläufe voneinander. Dennoch wollen die Evangelien immer das Gemeinsame sagen: Nach Karfreitag soll dasselbe angeboten und ausgeteilt werden, was Jesus von Nazareth vor Karfreitag angeboten und ausgeteilt hatte. Die Evangelien stellen einen durchgehenden Ablauf dar, in dem die Identität des Dagewesenen mit dem, der jetzt verkündigt wird, in einer besonderen Anschaulichkeit zum Ausdruck kommt. Der Glaube, in den Petrus nach dem Tode Jesu gestellt wurde, in den sich dann andere stellen ließen und der Glaube, in den diese anderen dann wieder andere riefen, hat keinen anderen Inhalt als der Glaube, in den Jesus von Nazareth gerufen hatte (128).

Die Art des jeweiligen Zum-Glauben-an-Jesus-Kommens ist mannigfaltig. Unser Glaube ist nur dann christlicher Glaube, wenn er ein Mitglauben mit dem Glauben der ersten Zeugen, mit dem Glauben des Petrus ist. Darin ist Petrus der Fels der Kirche (129).

Das Zum-Glauben-Kommen ist das Wunder. “Jesus ist auferstanden“ heißt: Der gekreuzigte Jesus ruft heute in den Glauben. Wenn man nach Karfreitag zum Glauben an Jesus kam, dann wusste man sich von dem Jesus in den Glauben gerufen, der hier auf Erden gewirkt, der in den Glauben gerufen hatte und dann am Kreuz gestorben war. Wenn der aber in den Glauben rufen konnte, dann erfuhr man damit zugleich, dass er nicht tot, sondern lebendig war. Das konnte man dann ausdrücken, indem man sagte: Er ist auferstanden. Man interpretiert das Zum-Glauben-Gekommen-Sein mit Hilfe einer Vorstellung (130f).


7. Der religionsgeschichtliche Hintergrund der Vorstellung von der Auferstehung


Nach Karfreitag erfahren Menschen, dass Jesus auch nach seinem Tod in den Glauben stellt. Der Ermöglichungsgrund für dieses Zum-Glauben-Kommen ist: Jesus lebt. Er ist nicht im Tode geblieben. Um Jesus als den Lebendigen auszusagen, benutzte man die Vorstellung von der Auferstehung der Toten: “Jesus ist auferstanden“ oder “Gott hat Jesus von den Toten auferweckt“. Wir haben es hier mit einem Interpretament zu tun, denn gesehen hat die Auferstehung Jesu niemand. Wir kennen keinen, der das behauptet. Die Auferstehung Jesu ist vom eigenen Glauben aus erschlossen worden (141).

In der frühen Urgemeinde hat man die Wirklichkeit des eigenen Zum-Glauben-Gekommen-Seins interpretiert. Diese Wirklichkeit hat man als Wunder erfahren: Hier hat Gott gehandelt. Er hat Jesus auferweckt. Das Wunder ist das Zum-Glauben-Gekommen-Sein (142).

Im Hebräerbrief ist nicht ausdrücklich von der Auferstehung Jesu die Rede. Statt dessen wird gesagt, dass Christus in den Himmel eingegangen ist und jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns erscheint (9,24). Er hat die Himmel durchschritten (4,14), er hat sich zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt (1,3; 8,1; 10,12f). Erst in den letzten Versen klingt die Auferstehungsvorstellung an: “Der Gott aber des Friedens, der den großen Hirten der Schafe von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, unseren Herrn Jesus, der rüste euch mit allem Guten aus“ (13,20f). Im Hebr haben wir es mit der Vorstellung von der Erhöhung zu tun: Der Gekreuzigte ist erhöht worden. Und weil er erhöht worden ist, geht er die Gemeinde unbedingt an (147). Ursprünglich kommen die Vorstellung von der Erhöhung und die von der Auferstehung unverbunden nebeneinander vor. Bei der Erhöhungsvorstellung wird das Wie des Lebendig-Werdens des Gekreuzigten zunächst nicht reflektiert. Man weiß nur (weil man das erfahren hat), dass Jesus lebt. Dieses “er lebt“ veranschaulicht man mit Hilfe der Vorstellung: Er ist erhöht, er sitzt zur Rechten Gottes (148).

Die Erhöhungsvorstellung als Interpretament ist alt (Phil 2,6-11). Im Rahmen dieser Erhöhungsvorstellung wird die Auferstehung nicht erwähnt. Auf die Erniedrigung folgt die Erhöhung. Diese ist der Grund dafür, dass Jesus einen Namen über alle Namen hat, dass sich im Namen Jesu alle Knie beugen sollen. Was man im Glauben, in den man sich gerufen weiß, erfahren hat, drückt man mit Hilfe eines Interpretaments als Wunder aus: Jesus ist erhöht worden (148).

Mt 28,18; “Mit ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“. Es ist die Frage, ob hinter diesem Schluss nicht die Auferstehungs- sondern die Erhöhungsvorstellung steht. Wir finden darin nur deswegen die Auferstehungsvorstellung, weil vorher vom leeren Grab die Rede ist. Beides gehört aber ursprünglich nicht zusammen (149).

Die Vorstellung von der Erhöhung Jesu findet sich auch in dem Hymnus 1Tim 3,16: “offenbart im Fleisch – aufgenommen in die Herrlichkeit“. Die Auferstehung wird nicht genannt, nicht einmal das Kreuz (149).

Das Joh-Ev schließt zwar mit der Auferstehungsvorstellung, aber im ganzen ersten Teil des Werkes wird, wenn auf den Ausgang des Lebens Jesu geblickt wird, nicht die Auferstehung genannt, sondern das Hinaufgehen Jesu zum Vater (7,33). Im ersten Teil des Evangeliums wird das Kreuz als Erhöhung verstanden (12,32). Jesu Kreuzigung ist schon seine Erhöhung (149).

Ursprünglich sagen alle diese Vorstellungen dasselbe aus. Das Bekenntnis zur Wirklichkeit des extra nos des erfahrenen Glaubens ist die Konstante. Variabel ist die Vorstellung, derer sich das Bekenntnis bedient (150).

Da es immer um den Glauben geht, den der irdische Jesus brachte, ist allein Jesus hier nicht auswechselbar. Er ist gestorben. Doch damit ist sein Angebot nicht außer Kraft gesetzt. Das hat man damals erfahren, das kann man auch heute erfahren. Jesus ist in seinem Angebot heute gegenwärtig. Mit dem Bekenntnis zum Auferstandenen bekennt man, dass man im eigenen Zum-Glauben-Gekommen-Sein Jesus als Lebendigen, Wirkenden erfahren hat, man bekennt die Gegenwart seiner Vergangenheit (150f).


8. Gelebter Glaube schließt die Hoffnung ein.


Gelebter Glaube schließt die Hoffnung ein, weil Jesus von Nazareth dieses Leben als Möglichkeit angeboten hat. Jesus ist darin auferstanden, dass uns dieses sein Angebot heute trifft und wenn wir uns darauf einlassen, er uns dieses neue Leben schenkt (187).

Im Joh-Ev wird die Vorstellung von der Parusie Jesu in die Gegenwart gerückt: “Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen“ (Joh 14,23). Die Parusie geschieht dort, wo man Jesu Wort hält, wo man sich seiner Zumutung ausliefert: “Das aber ist das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus erkennen“ (Joh 17,3). So sehr ist die Aussage auf die Gegenwärtigkeit des ewigen Lebens im Glauben aus, dass diese Fülle, die gelebter Glaube schenkt, die Frage nach der Zukunft uninteressant macht. Johannes würde sagen, dass wer nach der Zukunft fragt, ein armer Mensch ist, da er offenbar nicht das Heil kennt, das das Tun des Wortes Jesu schenkt. Joh 11,25f: Dem Tode ist die Macht genommen, denn wer in diesem Leben glaubt, d.h. wer Jesu Wort tut, der wird darin das ewige Leben in diesem irdischen Leben haben. Und der wird dann, obwohl er den Tod erleiden wird, nicht sterben, weil er das ewige Leben schon hat (187f).

Im NT kann man zwei Anthropologien erkennen, die sich z.T. überschneiden: die dualistische des Griechentums und die dichotomische des Judentums:

“Ach Herr, lass dein lieb Engelein / am letzten End die Seele mein / in Abrahams Schoß tragen; den Leib in seinem Schlafkämmerlein / gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis zum letzten Tage“. Die hier vorausgesetzte Anthropologie ist dualistisch. Im Tod gelangt die Seele in Abrahams Schoß, der Leib wird ins Grab gelegt.

“Alsdann vom Tod erwecke mich, / dass meine Augen sehen dich / in aller Freud, o Gottes Sohn, / mein Heiland und mein Gnadenthron“. Dieses Ich, das am jüngsten Tag auferweckt wird, ist der Leib, denn die Seele ist bereits in Abrahams Schoß. Gott erweckt mich (jüdisch: meinen Leib) zu neuem Leben (189).

Solche anthropologischen Vorstellungen können wir kaum wiederholen. Das bedeutet keineswegs Hoffnungslosigkeit: Ich bin entweder der, der sein eigener Herr sein will und dessen Leben und Herrschaft dann mit dem Tode zu Ende sein wird, denn der Herr dieses Lebens ist der Tod. Oder ich bin der, der es wagt zu lieben, zu dienen, sich hinzugeben und der dabei erfährt, dass er das Leben gewinnt. Wer aber das wagt, erfährt dabei, dass er auf dem Wege durch dieses Leben bereits auf dem Wege zum Leben ist, weil das wahre Leben hier schon beginnt (190).




Baumert, Norbert, Maranatha – Gegenwart und Ankunft des Herrn in: Geist und Leben 58, 1985 (referiert in wörtl. Anlehnung)


Brunner, Emil, Die christliche Lehre von Schöpfung und Erlösung, 19602


Grass, Hans, Ostergeschehen und Osterberichte, 19622 (referiert in wörtl. Anlehnung)


Greshake, Gisbert, Neue Denkversuche in der kath. Theologie der Gegenwart, in: ders. (Hg), Naherwartung, Auferstehung, Unsterblichkeit, 31978 (referiert in wörtl. Anlehnung)


Harnack, Adolf von, Die Verklärungsgeschichte Jesu, der Bericht des Paulus (1Kor 15,3ff) und die beiden Christusvisionen des Petrus, in: Sitzungsberichte der preussischen Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Klasse, 1922 (referiert in wörtl. Anlehnung)


Hirsch, Emanuel, Zum Problem des Osterglaubens, in: Th LZ 65,1940


Kessler, Hans, Jenseits von Fundamentalismus und Rationalismus, in: ders. (Hg), Auferstehung der Toten, 2004, 307f


Marxsen, Willi, Die Auferstehung Jesu als historisches und theologisches Problem, 1964, 20
—, Die Auferstehung Jesu von Nazareth, 1968 (referiert in wörtl. Anlehnung)


Meyer, Eduard, Ursprung und Anfänge des Christentums II, 156


Thüsing, Wilhelm, Erhöhungsvorstellung und Parusieerwartung in der ältesten nachösterlichen Christologie, 1969 (referiert in wörtl. Anlehnung)


Vögtle, Anton, Was heißt “Auslegung der Schrift”? in: Wilfried Joest u.a., Was heißt Auslegung der Heiligen Schrift?, 1966 (referiert in wörtl. Anlehnung)
—, Wie kam es zum Osterglauben? in: A.Vögtle/R. Pesch, Wie kam es zum Osterglauben?, 1975 (referiert in wörtl. Anlehnung)