20.

Der Judasbrief


I. Einleitung

II. Kommentar

1. Briefeingang (1-2)
    a. Die Adresse (1)
    b. Segenswunsch (2)
2. Das Thema: Für den Glauben kämpfen (3-4)
    a. Der Appell (3)
    b. Die Gemeindesituation als Anlass des Schreibens (4)
3. Gericht über die Eindringlinge (5-16)
    a. Eine erste Predigt über das Schicksal der Gottlosen (5-10)
    b. Eine zweite Predigt über das Schicksal der Gottlosen (11-16)
4. Für den Glauben kämpfen (17-23)
    a. „Erinnert die Worte der Apostel“! (17-19)
    b. „Bewahrt euch in der Liebe Gottes“! (20-21)
    c. „Seid barmherzig“! (22-23)
5. Abschließende Doxologie (24-25)
    a. Was Gott für uns tut (24)
    b. Was Gott von uns empfängt (25)



Judas Verfasserschaft wird verteidigt von: R.J. Bauckham 1986; M. Green 2009; J.A.T. Robinson 1986; Th.R. Schreiner 2003; D.E. Hiebert 1989; D. Lucas & Ch. Green 1995; G.L. Green 2008; Ph.H. Towner 2009.


Robinson: Es gibt begründeten Anlass zu glauben, dass Judas nicht nach 62 schreibt. Denn er stellt sich einfach als der „Bruder des Jakobus“ vor. Falls Jakobus bereits das Martyrium von seiten des Sanhedrin erlitten hätte, wäre es unglaublich, dass es hier nicht einen Nachruf gibt, wie z.B. 'der Große' oder 'der Gute' 1Clem 47,1; 5,3. In diesem Brief an die Judenchristen wäre der Titel 'der Gerechte' sicher eingedrungen, zumal der Brief von seinem Bruder stammt. Es ist bemerkenswert, dass in diesem Brief jeglicher Hinweis auf eine Verfolgung oder auch jeglicher Widerhall des jüdischen Krieges fehlt, ganz zu schweigen von irgendeiner Erwähnung des Falls von Jerusalem. Berücksichtigt man dies, dann wird das Jahr 62 ein terminus ad quem (208f).


Für H. Frankemölle ist der Judasbrief ein pseudepigraphisches Schreiben (129).


I. Einleitung
H. Frankemölle


a. Die Situation der Gemeinde

Der Vf. kann das Wissen um die Situation der Gemeinde bei den Adressaten voraussetzen. Sitz im Leben des Jud ist eine äußerst bedrohliche Krise der Gemeinde, in der es um ein Problem auf Leben und Tod, um Orthodoxie/Orthopraxie und Abgleiten der Gemeinde in die Häresie geht. Irrlehrer haben sich von außen in die Gemeinde eingeschlichen. Kritisiert wird die Passivität der Gemeinde, obwohl die Eindringlinge sich entpuppt haben durch ihre „gottlosen Taten und frechen Reden“ (15). Für den Vf. ist es ein Skandal, dass die Gemeinde die Irrlehrer weiterhin am Liebesmahl (12) teilnehmen lässt (123).

Die Irrlehrer missbrauchen die ihnen verliehene Gnade, führen ein ausschweifendes/zügelloses Leben, verleugnen Gott als den „einzigen Herrscher“ und Jesus Christus als Herrn (4). Ihre Einstellung wird als Nichtglauben (5), ihre Zügellosigkeit als sexueller Libertinismus konkretisiert. Sie werden als Träumer (8), d.h. als solche, die Visionen, Träume als Offenbarungsquelle für sich beanspruchen, d.h. als Falschpropheten charakterisiert. Der Hauptvorwurf, dass sie die Herrschaft Gottes verachten, wird erneuert. Außerdem lästern sie die „überirdischen Mächte“, d.h. Die Engel (123).

Sie lästern über alles, was sie nicht kennen (10), aufgrund ihres praktischen Verhaltens verstehen sie nur tierisch. Wie Kain, Bileam und Korach lehnen sie sich gegen die von Gott gesetzte Ordnung auf (11) und führen freche Reden gegen Gott (15). Für eine christliche Gemeinde und ihr Liebesmahl sind sie ein Schandfleck (12), egoistisch verstoßen sie gegen die Solidarität „sich selbst weidend“! Sie sind „Murrköpfe (16), die mit ihrem Schicksal hadern“. Sie zeigen ein übersteigertes Selbstbewusstsein (ihr Mund redet geschwollene Worte). Sie sind Spötter (18), verursachen als irdisch gesinnte Menschen Spaltungen, weil sie den Geist nicht haben (19) (124).

Die Irrlehrer leugnen Gott als den einzigen (4.8.25) und lehnen damit das jüdisch-christliche Grundbekenntnis (Dtn 6,4ff) zum Monotheismus ab. Inklusiv lehnen die Irrlehrer damit auch Jesus Christus als Herrn (4) und einzigen Mittler (25) sowie die Engel (8) ab. Aufgrund der theozentrischen Häresie (die Irrlehrer sind gottlos Vv 4.15, ihr Verhalten ist Gottlosigkeit Vv 15.18) reklamieren sie für sich das Pneuma, das der Vf. ihnen abspricht (19).

Als Folge daraus vertreten sie eine libertinistische Moral. Ihr menschliches Fehlverhalten ist die praktisch-anthropologische Seite der theoretischen Gottlosigkeit. Damit erweist sich das Wortfeld „ein einziger Gott“ (dreimal) und „Gottlosigkeit“ (der Wortstamm ist sechs mal belegt) als konstant und für den Inhalt des Briefes bestimmend. Es geht dem Vf. um das Gottsein des einzigen Gottes (Monotheismus), was Achtung und Gehorsam gegenüber Gott und seiner göttlichen Ordnung auf menschlicher Seite einschliesst (21.24), während die Gottlosigkeit den absolut einen Gott und seine Ordnung verachtet (124).

Da die Krise unerwartet eingetreten war erforderte sie als Reaktion eine Kampfschrift, die die Eindringlinge als die entlarvt, die sie sind: gottlose Irrlehrer. Dass Judas dabei eine sehr konkrete Gemeinde-Situation im Auge hatte, zeigt der Brief. Die Anrede (ohne konkrete Orts- und Adressatenangabe) spricht keineswegs dagegen. Auch die korinthische Gemeinde (1Kor 5 - 6) hatte mit ähnlichen Problemen und Gegnern zu tun (127).


b. Reaktion und Intention des Verfassers

Judas schreibt einen polemischen Kampbrief, der sich an die wahren Christen in der Gemeinde richtet, nur sie werden direkt angesprochen als „von Gott Geliebte“ (1.3.17.20). Die Irrlehrer hält Judas für so gottlos (4.15.18), dass er eine Sinnesänderung nicht mehr für möglich hält. Deshalb richtet er all seine Energie auf die Gemeinde, die er an ihre Identität in der Zeit vor dem Eindringen der Irrlehrer rückerinnert und dazu bewegen will, mit den Irrlehrern zu brechen. Das Wissen allein reicht nicht (5), erforderlich ist der aktualisierende und existentielle Vollzug dieses Glaubenswissens (20f). Aufgrund der Rückerinnerung wissen die Adressaten, worum es inhaltlich theologisch geht, so dass der Inhalt nicht eigens entfaltet zu werden braucht. Für Judas ist mit dem Auftreten der Irrlehrer und Spötter das „Ende der Zeit“ (18) gegeben (128).


c. Quellen

R. J. Bauckham

Despite his competence in Greek, the author’s real intellectual background is in the literature of Palestinian Judaism. His use of Jewish apocryphal works is as extensive as his use of the OT. He has a close familiarity with 1 Enoch (vv 6.12-16). The other Jewish apocryphal work which he used is the Testament of Moses. There is no convincing case of allusion to a written Christian source, though of course Jude is familiar with traditional catechetical (vv 20-23) and liturgical (vv 24-25) material. The purpose of the midrashic section (vv 5-19) is explicitly to remind his readers of instructions which they received from the apostles at the time of the founding of their church(es) (7).

Jude is not indebted to the ideas and terminology of Paul. The contacts with Pauline language all belong to the common vocabulary of the early church (8).


d. Charakter des Briefs

Jude’s right to be included in the category of ‘early Catholicism’ must be seriously questioned. A recent discussion of early Catholicism in the NT distinguishes three main features: a) the fading of the Parousia hope, b) an increasing institutionalization, c) the crystallization of the faith into set forms. None of these three features is evident in Jude:

a) The Parousia hope is lively and pervades the letter (vv 1.14.21.24). The whole argument of the midrash section (vv 5-19) hinges on the belief that the false teachers are to be judged by the Lord at his coming (vv 14-15) and therefore presuppose an imminent Parousia (8f).

b) There is no mention of ecclesiastical officials in Jude and no hint of the tendency to emphasize office and order in reaction to the dangers represented by the false teachers. The false teachers themselves were itinerant charismatics who claimed prophetic revelations (v 8). They were evidently accepted as prophets in the church(es) to which Jude writes (v 12). Jude denies their claim to be men of the Spirit (v 19). But he does not respond by asserting that charismatic activity must be subject to properly constituted officials or by stressing that it is the officials who are endowed with the Spirit. He does not address himself to elders or bishops who have a special responsibility for guarding the faith against heretical deviations. Instead he addresses the whole community, who all enjoy the inspiration of the Spirit in charismatic prayer (v 20) and are all responsible for upholding the gospel (v 3).

c) The case for classifying Jude as ‘early Catholic’ usually rests largely on v 3, understood to refer to a fixed body of orthodox doctrine, passed down from the apostles, which only has to be asserted against heresy. But this is a misinterpretation of v 3, which refers simply to the gospel itself, not to any formalized and unalterable ‘rule of faith’, and which, in opposition to deviant teaching, urges its readers to remain faithful to the gospel which they received at their conversion. This is exactly the tactic which Paul used against false teaching (Gal 1,6-9; Rom 16,17). The ‘early Catholic’ interpretation of v 3 is peculiarly inappropriate since the dispute between Jude and his opponents was not concerned with orthodoxy and heresy in belief, but with the relationship between the gospel and moral obligation.

Since the development of ‘early Catholicism’, with its growing insistence on institutional order and on credal orthodoxy, is usually attributed in large parts to the fading of the imminent eschatology and to the struggle with heresy, it is clear that Jude does not belong to this development at all. The primitive eschatological perspective remains dominant, and the response to false teaching is quite different from the ‘early Catholic’ response (9).


e. Abfassungsdatum

Jude is not dependent on ‘Paulinism’, nor does the letter display features of the ‘early Catholicism’ of postapostolic Christianity. The opponents are not second-century Gnostics. Jude belongs to the milieu of apocalyptic Jewish Christianity and combats teachers of antinomian libertinism who have been influenced by Pauline teaching. Comparable antinomianism can be found in Corinth in the 50s, but also in Asia in the 90s (Revelation dated in the reign of Domitian). Apocalyptic Jewish Christianity remained a strong influence in the church throughout the first century. The character of the letter is such that it might very plausibly be dated in the 50s, and nothing requires a later date (13).

In v 17, as in vv 3.5, Jude is recalling his readers to the instructions they received at their conversion, from the apostles who founded their church(es). It is not the apostles themselves, but their missionary activity in founding these particular church(es), which belongs to the past. Jude’s statement is exactly parallel to many of Paul’s in which he refers his readers back to the teaching he gave them when he founded their church (1Cor 15,1-3; Gal 1,9; 1Thes 4,1f). Jude was evidently not one of the founding missionaries of the church(es) to which he writes, he speaks of the apostles’ teaching rather than his own. The words “they said to you” (v18) implies that most of the original converts are still living (13).


f. Verfasser

The Jude named in v 1 is Judas the brother of Jesus, and his brother James is James ‘the Just’, the leader of the Jerusalem church. Against the pseudepigraphal hypothesis, it has often been asked why anyone should adopt as a pseudonym the name of so obscure a figure as Jude. This objection does not hold if Jude comes from the milieu of Palestinian Jewish Christianity in which the family of Jesus was revered and Jude would be a figure of authority. The description of Jude as ‘brother of James’ is much more easily explicable on the hypothesis of authenticity than on that of pseudepigraphy (14).

Although the author was certainly a Semitic speaker, who habitually used the OT in Hebrew as probably the book of Enoch in Aramaic, he also had a considerable command of good literary Greek. It is surprising that a Galilean villager should show such a high degree of competence in the Greek language. It must be admitted that our knowledge is insufficient to set limits on the competence which the brother of Jesus could have acquired (15).

The general character of the letter, its Jewishness, its debt to Palestinian Jewish literature and haggadic traditions, its apocalyptic perspective and exegetical methods, its concern for ethical practice more than for doctrinal belief, are all entirely consistent with authorship by Jude the brother of Jesus (16).


g. Empfänger

Since Jude recalls his readers to the teaching which they received from the apostles at their conversion, but not to his own teaching, it is probable that he himself was not one of the missionaries who founded those churches, though he may have visited them at a later date. Asia Minor, with its large Jewish communities, the influence of Paul, and antinomian movements attested by Rev 2,14.20, is a strong possibility (16).


h. Das Ansehen des Briefes

Das Ansehen zeigt sich in der Rezeption durch den 2Ptr und in der Tatsache, dass der Brief frühzeitig am Ende des 2.Jh.s an drei Orten im Osten und Westen des römischen Reiches kanonisches Ansehen genoß: In Karthago beruft sich Tertullian auf ihn, in Alexandria zitiert ihn Clemens dreimal und legt ihn sogar aus, in Rom wird er um 200 im Muratorischen Kanon aufgeführt, trotz der Tatsache dass im Kontext der kanongeschichtlichen Entwicklung Zitate und Anspielungen aus apokryphen Apokalysen (Henoch Vv 14f, Himmelfahrt des Moses V9) Anlass zur Kritik boten (129).


II. Kommentar


1. Briefeingang (1-2)


a. Die Adresse (1)

Der Autor (1a)
„Judas, Knecht Jesu Christi, Bruder des Jakobus“
Der Vf. ist Sklave / Knecht Jesu Christi (= unter der Autorität Jesu). Dies macht seine Autorität aus. Wie die Knechte Jahwes im AT (Moses, David, Abraham und die Propheten) verkündet er nicht Eigenes, sondern handelt im Auftrag und in Stellvertretung (131).

Da die Brüder Jesu nicht als 'Apostel' bekannt waren, ist es natürlich, dass sie sich selbst nicht Apostel nannten (B. 24).
Die Empfänger (1b)
„an die Berufenen, die von Gott, dem Vater, geliebt und bewahrt sind für Jesus Christus“.
die von Gott Berufenen s. Jes 41,9; 42,6; 48,12.15; 49,1; 54,6
die von Gott Geliebten s. Jes 42,1; 43,4; 44,2
die von Gott Bewahrten s. Jes 42,6; 49,8
Die Zusagen an Israel Jes 40 – 55 gelten den Christen als dem eschatologischem Volk Gottes. Gott hat sie in sein Königreich berufen. Sie werden von Gottes Liebe 'umarmt' und Gott bewahrt sie in den Gefahren ihres Lebens in dieser Welt für Jesus Christus (24) (B.26).


b. Segenswunsch (2)

„Mögen euch [durch Gott] Erbarmen, Frieden und Liebe immer reichlicher zuteil werden“!

Als in Gottes Liebe Geborgene spricht ihnen der Segenswunsch noch explizit besonders Gottes Erbarmen, Frieden und Liebe zu. Die göttliche Aktion des Berufens, Liebens und Bewahrens bedarf der menschlichen Reaktion (20f). Die Leser müssen sich in der Liebe Gottes bewahren und treu die zukünftige Rettung erwarten (131).


2. Das Thema: Für den Glauben kämpfen (3-4)


a. Der Appell (3)

„Geliebte, als ich mich mit allem Eifer anschickte, euch über unsere gemeinsame Rettung zu schreiben, sah ich mich genötigt, euch mahnend zu schreiben, dass ihr für den Glauben kämpfen sollt, der den Heiligen ein für allemal überliefert worden ist“.

Wie Judas benutzt auch Paulus das Bild von Kampf: Paulus ist eingesetzt zur Verteidigung des Evangeliums (Phil 1,17). Er fordert die Philipper auf: „Wandelt würdig des Evangeliums Christi, damit ihr in einem Geist steht und einmütig mit uns kämpft für den Glauben des Evangeliums“. (Phil 1,27).

Der Kampf ist nicht nur verbal. Wie für Paulus so beinhaltet der Kampf auch für Judas einen Lebenswandel gemäß dem Evangelium. Judas Gedanke vom Kampf beinhaltet die Mahnungen der Vv 20-21: „erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben,betet im heiligen Geist, bewahrt euch in der Liebe Gottes und wartet auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben“.
Um dies zu tun, müssen die Leser dem Einfluss der Falschlehrer widerstehen. Die letzteren haben das Evangelium verraten, indem sie die moralischen Implikationen des Evangeliums verleugnen (B.32).


“the faith which was once and for all delivered to the saints”

R. J. Bauckham:
This phrase has often been taken as a mark of ‘early Catholicism’ in Jude. It is not difficult to read this idea into Jude’s words, but it is much less clear that Jude’s words demand this interpretation. The contrast set up between Jude and the Christianity of the first generation generally results from underestimating the role of tradition in Christianity from the first, and from exaggerating the extent to which Jude’s language implies a fixed body of formal doctrine (32).

The word ‘faith’ here refers to the content of what is believed. This usage can already be found in Paul, most clearly in Gal 1,23 “he preaches the faith”, where ‘faith’ is equivalent to ‘the gospel’, ‘the Christian message’. The Christian gospel was characteristically a message demanding faith (Rom 10,8: “ the word of faith”) that it could come to be called “the faith”. Thus “to obey the faith” (Acts 6,7; Rom 1,5; 16,26) is equivalent to “to obey the gospel” (Rom 10,16; 2Thess 1,8; 1Pet 4,17). It means to respond to the gospel in faith. Since it goes back to Paul, there is no ground for treating Jude’s use of it as evidence of a late date. Moreover, there is no reason to suppose that Jude means by faith anything other than ‘the gospel’. It need not refer to confessional formulae, though such formulae were already known in Paul’s time, nor does it imply the idea of a defined body of orthodox doctrines, which commentators frequently attribute to Jude. Jude’s readers are to contend, not for some particular formulation of Christian belief, but for the central Christian message of salvation through Jesus Christ (32f).

The faith is that which has been “delivered to the saints”. The saints are not the apostles, who received the gospel from Jesus Christ, but the Christians of the church(es) to which Jude writes, who received the gospel from the apostles who founded the church(es). In the Pauline epistles we find the whole Jewish paradosis terminology. Jude’s idea of the tradition of the gospel conforms exactly to the Pauline usage. Paul uses ‘to deliver’ and ‘to receive’ with reference to his initial instruction of the churches he founded: he delivered the traditions to the churches and they received them from him. The central content of these traditions was the gospel itself, but they also included traditions about the life of Jesus and instructions on Christian conduct and church practice. Particularly noteworthy are Paul’s injunctions that his readers should “hold fast” or “maintain” these traditions, and his appeal to them as a standard by which teaching and practice may be judged (33).

Jude’s appeal to his readers to contend for the gospel they originally received does not go beyond these Pauline ideas. Because the gospel is the message of the “once and for all” salvific action of God in Christ it cannot change, and so it is the gospel as they first received it when they became Christians to which Jude’s readers must remain faithful. Both Paul and Jude are reflecting a common principle of the early Christian mission (34).

Jude’s concern is especially with the moral implications of the gospel (not with doctrinal orthodoxy; hence the idea that ‘the faith’ means a set of doctrinal formulae is quite inappropriate). He has in mind particularly the instruction in Christian conduct which accompanied the gospel in the initial teaching given by the apostles, but he refers to the gospel itself, because it is the gospel itself for which his readers will be fighting when they remain faithful to its moral demand and resist the antinomianism of the false teachers. Antinomianism is a perversion of the gospel itself, and so just as Paul in Galatians opposes the imposition of circumcision as contrary to the gospel his converts first received from him, so Jude opposes antinomianism as contrary to the gospel his readers first received from the apostles (34).

It is pointed out that in Paul’s understanding of tradition it is not seen as the rigid preservation of fixed formulae, as excluding the necessary role of the Spirit in inspiring and interpreting the tradition. The claim that these implications are present in Jude’s understanding of tradition has no basis in the evidence. They cannot be deduced from his strong opposition to what he sees as a gross distortion of the gospel, any more than they can be deduced from Paul’s equally strong opposition to what he sees as gross distortions of the gospel.

It is said that Jude does not seek to refute his opponents by theological argument, as Paul does. This observation, however, may simply tell us that Jude is not Paul, rather than that Jude is later than Paul. Jude offers his own style of theological argument in the midrash of vv 5-19 (34).


b. Die Gemeindesituation als Anlass des Schreibens (4)

„D e n n  es haben sich gewisse Leute eingeschlichen, die schon seit langem für das Gericht vorgemerkt sind: gottlose Menschen, die die Gnade unseres Gottes dazu missbrauchen, ein zügelloses Leben zu führen, und die den einzigen Herrscher und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen“.

Neue Nachrichten über eine Krise der Gemeinde erfordern einen Mahnbrief, der zu einer kämpferischen Haltung motivieren will. Die Anrede 'Geliebte' (3) vereint Gottes- (1b) und Nächstenliebe (2). Judas ruft alle Christen zu einer der Heiligkeit entsprechenden Individualethik und Gemeindepraxis (132f).

Gewisse Leute, haben sich eingeschlichen, die für Judas gottlos sind; ihr Name steht schon längst im Buch des Gerichts. Da die Leser wissen, um wen es sich handelt, fehlen nähere Angaben. Bevor Judas in den Vv 18 und 19 auf die theologischen Thesen der Gegner zu sprechen kommt, wird bereits in V4 die falsche Ethik als Libertinismus, der sich in Zügellosigkeit, Unzucht und Ausschweifungen (7.8.13.16) dokumentiert, entlarvt. Dieser Libertinismus zerstört nicht nur die Einheit der Gemeinde (19), er ist auch identisch mit einer Verleugnung von Gottes Herrschaft und Jesu Herr-Sein, da beider Herrschaft eine bestimmte Ethik impliziert, die von den Irrlehrern durch ihr Tun missachtet wird.

Dass in 4c eine zweigliedrige Formel (Nestle/Aland 26. Auflage) vorliegt, zeigt die Wendung „den einzigen Herrscher“, die in jüdischen und christlichen Schriften gegen Polytheismus und Kaiserideologie immer Gott meint und den Monotheismus einfordert. Auch V 25 erinnert an das Shema'Jisra'el, das Bekenntnis zum einen und einzigen Gott.

(L.M: Wenn beide Titel ('despotes' und 'kyrios') sich auf Christus beziehen, so ist das eine Tautologie). Die Irrlehrer stehen durch ihr Tun gegen Gott und Jesus Christus, selbst wenn sie sich zu ihnen bekennen (133).


3. Gericht über die Eindringlinge (5-16)


a. Eine erste Predigt über das Schicksal der Gottlosen (5-10)

(5) „Zwar wisst ihr alles; aber ich will euch dennoch daran erinnern: Obwohl der Herr das Volk [zunächst] aus Ägypten gerettet hatte, hat er später alle, die nicht glaubten, vernichtet. (6) Die Engel, die ihren hohen Rang missachteten und ihren Wohnsitz verlassen hatten, hat er mit ewigen Fesseln in der Finsternis eingeschlossen, um sie am großen Tag zu richten. (7) Auch Sodom und Gomorra und ihre Nachbarstädte sind ein Beispiel: In ähnlicher Weise wie jene trieben sie Unzucht und wollten mit Wesen anderer Art verkehren; daher werden sie mit ewigem Feuer bestraft“.

Dem Vorwurf der Gottlosigkeit gegen die Irrlehrer und ihrer Verleugnung der alleinigen Herrschaft Gottes (4) entsprechen die warnenden Beispiele aus dem AT: Israel in der Wüste (5), der Sturz der Engel (6) und Sodom und Gomorra (7). Unglaube bzw. Ungehorsam gegen Gottes Ordnung/Tora (diese Haltung meint Gottlosigkeit) werden unwiderruflich bestraft (sonst wäre Gott nicht der „einzige Herrscher“ V 4).

Der Rettung Israels aus Ägypten steht kompromisslos die Vernichtung aller, die in der Wüste nicht glaubten, entgegen. Gottes Verderben trifft sogar Engel. Ihr Sturz ist gewaltig aus ihrem Wohnsitz in himmlischen Regionen, den Gott nach allgemein jüdischem Verständnis ihnen als Herrschaftsbereich zugewiesen hatte. Die Verletzung der göttlichen Ordnung ist die Ursache für ihre Verurteilung am Jüngsten Tag (134).

Das dritte Beispiel mit den sagenumwobenen Städten Sodom und Gomorra ist bis heute sprichwörtlich geblieben (135).

(8) „Genauso beflecken sich diese Träumer, sie missachten die Macht des Herrn und lästern die überirdischen Mächte. (9) Als der Erzengel Michael mit dem Teufel rechtete und über den Leichnam des Mose stritt, wagte er nicht, den Teufel zu lästern und zu verurteilen, sondern sagte: Der Herr weise dich in die Schranken. (10) Diese jedoch lästern über alles, was sie nicht kennen; was sie aber wie die unvernünftigen Tiere von Natur aus verstehen, daran gehen sie zugrunde“!

Die drei abschreckenden Beispiele mit dem unerbittlichen Gericht (5.6.7) sollten die Adressaten vor den Irrlehrern warnen. V 8 identifiziert den Unglauben Israels und das sexuelle Verhalten der Engel und der Einwohner von Sodom und Gomorra mit dem der Irrlehrer und attackiert sie zudem als „Träumer“, die sich demnach auf Traumoffenbarungen berufen haben. Da die Gegner gottlos sind, können ihre Visionen nicht Offenbarungen Gottes sein; ihre Lebenspraxis entlarvt sie. Wie sie Gott und Jesus Christus verleugnen (4), so verachten sie (8) die Herrschaft (Gottes als des einzigen Herrschers; auf Engel bezogen steht sonst immer der Plural 'Herrschaften') (136).

Die Vermessenheit der Irrlehrer ist demaskiert. Sie verlästern die Herrlichkeit der Engel und verhalten sich instinktmäßig, triebhaft wie die Tiere. Dieses Verhalten kann nur ins Verderben führen. Judas spricht den Gegnern jegliche geistige Einsicht ab und wirft ihnen sexuellen Libertinismus (6-8) und Schlemmerei (12) vor (137).


b. Eine zweite Predigt über das Schicksal der Gottlosen (11-16)

(11) „Wehe ihnen! Sie sind den Weg Kains gegangen, aus Habgier sind sie dem Irrtum Bileams verfallen, sie haben sich durch die Auflehnung Korachs ins Verderben gestürzt. (12) Diese sind es, die bei den Liebesmahlen als Schandflecken mitschmausen ohne Scheu, indem sie sich selbst weiden; sie sind Hirten, die eine Weide für sich selber suchen. Wasserlose Wolken sind sie, von den Winden dahin getrieben; Bäume, die im Herbst keine Frucht tragen, zweimal verdorrt und entwurzelt; (13) wilde Meereswogen, die ihre eigene Schande ans Land spülen; Sterne, die keine feste Bahn haben; ihnen ist auf ewig die dunkelste Finsternis aufbewahrt“.

In V 11 werden Verderben und Gericht mit 'Wehe' angedroht. Darauf zielen auch die drei neuen Beispiele: Der Neider und Mörder Kain galt der frühjüdischen Deutung zugleich als warnendes Beispiel der Rebellion gegen Gott, als Verführer zu Schwelgerei und aller Bosheit. Gottlosigkeit und Habgier kennzeichnen auch Bileam in der Deutung seines Lebensendes nach Num 31,8.16. Korah als Anführer gegen die Autorität des Moses illustriert nach Num 16 die Gegner, die wohl die gemeindliche Ordnung und deren Autoritäten stürzen wollen. Sie haben sich durch ihr Verhalten schon jetzt selbst Gottes Gericht zugesprochen (137).

„Diese Menschen sind ein Schandfleck bei euren Liebesmahlen“. Eucharistie und Sättigungsmahl bilden noch eine Einheit (138) L.M. Das spricht für eine Frühdatierung.

(14) „Auch ihnen gilt, was schon Henoch, der siebte nach Adam, geweissagt hat: Seht, der Herr kommt mit seinen heiligen Zehntausenden, (15) um über alle Gericht zu halten und alle Gottlosen zu bestrafen wegen all ihrer gottlosen Taten, die sie verübt haben, und wegen all der frechen Reden, die die gottllosen Sünder gegen ihn geführt haben. (16) Diese sind Nörgler, immer unzufrieden mit ihrem Geschick; sie lassen sich von ihren Begierden leiten, sie reden geschwollen und schmeicheln den Menschen aus Eigennutz“.

Für Judas ist Henoch zitierfähige Offenbarungsschrift. Das Gericht, das in grauen Vorzeiten durch Henoch angekündigt worden ist, wird vom Herrn (Gott) durchgeführt werden, auch bzw. gerade für die Gegner des Judas wegen ihres gottlosen Tuns (15) sowie ihres gottlosen Redens (4.8.10). Mit der dreifachen Benennung der Gegner als Gottlose sind sie endgültig demaskiert (139).

Die Irrlehrer sind „Nörgler, Murrende“ wie die Juden in der Wüste (5). Sie sind Kritiker gegen Gottes schöpferische Macht generell (4.8) wie auch gegen jegliche Sozialordnung im Himmel (Engellehre) und auf Erden (Leben nach der Tora, wie sie in der Schrift geoffenbart ist). Die „großen/hochtrabenden Worte“ dürften ihren Anspruch auf Geistbegabung (19), auf Visionen (8) sowie ihre Überheblichkeit gegen die Herrschaft Gottes und der Engel (8-10) meinen (139).

Die Begierden der Irrlehrer sind der anthropologische Aspekt ihrer Gottlosigkeit. Wer Gott los ist, ist auf sich selbst geworfen, ist seinen Halt los und darum haltlos. Die falsche Praxis der Irrlehrer wird zurückgeführt auf ein häretisches Gottesbild (140).


4. Für den Glauben kämpfen (17-23)


a. „Erinnert die Worte der Apostel“! (17-19)

„Ihr aber, Geliebte, denkt an die Worte, die von den Aposteln Jesu Christi, unseres Herrn, im voraus verkündet worden sind, (18) als sie euch sagten: Am Ende der Zeit wird es Spötter geben, die sich von ihren gottlosen Begierden leiten lassen. (19) Die werden die Einheit zerstören, denn es sind irdisch gesinnte Menschen, die den Geist nicht haben“.

Das Auftreten der Irrlehrer soll der Gemeinde klarmachen, dass sie jetzt in der Endzeit lebt, da alle Phänomene darauf hindeuten. Das Gericht steht bevor, daher ist es Zeit, dass die Gläubigen sich von den Gottlosen trennen (141).

Die Irrlehrer behaupten für sich selbst den Geistbesitz. Dieses Pneuma ist Voraussetzung ihres enthusiastischen Selbstverständnisses. Judas geht davon aus, dass die Gemeinde, die wahren Gläubigen „den heiligen Geist“ haben und darum nur sie die wahren Pneumatiker sind, zumal sie auch nach der Liebe Gottes und Jesu Christi (21) leben. Wahrer Glaube beglaubigt sich im Tun der Werke, oder: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Mt 7,16) (141).


b. „Bewahrt euch in der Liebe Gottes“! (20-21)

„Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf euren hochheiligen Glauben, betet im Heiligen Geist, (21) bewahrt euch in der Liebe Gottes und wartet auf das Erbarmen Jesu Christi, unseres Herrn, zum ewigen Leben“!

(„Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten“. „Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist's der mich liebt“. „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat“ Joh 14,15.21.23f).

„Bleibt in meiner Liebe“ (Joh 15,9)! Es geht um Jesu Liebe für seine Jünger. Sie bleiben in Jesu Liebe, wenn sie seine Gebote halten. Ähnlich meint Judas, dass Gottes Liebe eine angemessene Antwort erfordert. Ohne Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes kann die Gemeinschaft mit Gott verlorengehen. Dies ist die Gefahr, mit der die Irrlehrer die Kirche bedrohen (B.113f).

„Erbaut euch auf euren hochheiligen Glauben“!

Das Konzept von der christlichen Gemeinde als dem eschatologischen Tempel geht zurück auf das frühe palästinensische Christentum (die Apostel als 'Säulen' Gal 2,9). Judas meint nicht, dass jeder sich selbst auferbauen soll, sondern dass alle zum geistigen Wachstum der Gemeinde beitragen sollen. Dieses Bild steht im Kontrast zur Aktivität der Irrlehrer. Während die letzteren die Kirche spalten und zerstören, sollen Judas Leser die Kirche erbauen (B.112f).

Glaube meint wie in V 3 das Evangelium. Es ist heilig, weil es von Gott kommt. Es ist der Glaube, den Judas Leser empfingen, als ihnen das Evangelium zuerst gepredigt wurde und deshalb sagt er: 'euer Glaube' im Unterschied zur Botschaft der Irrlehrer. Wenn die Kirche gemäß dem Evangelium lebt, ist ihr Legen heilig im Gegensatz zur Unmoral, die sich aus den antinomistischen Prinzipien der Gegner ergibt.

„betet im Heiligen Geist“!

Betet inspiriert durch den Geist („betet allezeit im Geist“ Eph 6,18)! Die Irrlehrer erheben Anspruch auf prophetische Äußerungen im Geist, aber in ihrem Verhalten zeigen sie, dass sie „den Geist nicht besitzen“ (19) (B.113).

„wartet auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus“!

Gott hat das letzte Gericht Jesus Christus übertragen. Wenn Judas Leser treu bleiben, indem sie die genannten Ermahnungen befolgen, können sie Rettung bei der Parusie erwarten. Selbst die treuen Christen entgehen der Verurteilung nur aufgrund der Barmherzigkeit des Herrn. 'Warten' beschreibt die eschatologische Erwartung. Nicht passives Abwarten ist gefragt, sondern eine Ausrichtung des ganzen Lebens auf die eschatologische Hoffnung (B. 114).

Das Evangelium, das die Leser von den Aposteln empfingen, ist das Fundament des kirchlichen Lebens. Auf dieses Fundament sollen sie die christliche Gemeinde als eschatologischen Tempel erbauen. Ein Gemeindeleben gegründet auf dieses Fundament beinhaltet die moralischen Implikationen, die die Antinomisten umstürzen. Wenn die Leser durch den Geist beten, werden sie die wahre charismatische Natur der Kirche realisieren im Gegensatz zu den falschen Behauptungen der Irrlehrer inbezug auf die Inspiration.

Diese vier Anordnungen weisen einen Weg, der zur eschatologischen Rettung führt. Für den Glauben und gegen Antinomismus kämpfen heißt, dem Einfluss der Irrlehrer widerstehen und sich nicht von den positiven Aufgaben christlichen Gehorsams abhalten zu lassen (B.117).


c. „Seid barmherzig“ (22-23)!

(22) „erbarmt euch der Zweifler;

(23a) rettet andere, indem ihr sie aus dem Feuer [der Hölle] reißt;

(23b) erbarmt euch mit Furcht, hasst sogar den vom Fleisch befleckten Rock“!

Die Gemeinde soll sich der Zweifler, die verunsichert sind, erbarmen, sie belehrend zurechtweisen. Andere aber, die nicht mehr nur zweifeln, „rettet, indem ihr sie dem Feuer entreißt“. Diese Christen sind so gefährdet, dass sie nur noch wie ein Holzscheit aus dem Feuer, das die Irrlehrer entfacht haben, oder aus dem Feuer des Gerichts (7.13) gerissen werden können. Diese Christen sind äußerst gefährdet, ebenso ist die Gemeinde aufs höchste gefordert. Bei der dritten Gruppe vermag die Gemeinde direkt nichts mehr auszurichten. Dennoch soll sie „Mitleid haben in Furcht“.Mit dieser dritten Gruppe von Christen, die schon zu den Irrlehrern gehören, soll die Gemeinde keinen Kontakt haben, „auch nicht/sogar nicht“ Berührung mit ihrem „schmutzigen/befleckten“ Gewand.


5. Abschließende Doxologie (24-25)


„Dem, der die Macht hat, euch vor dem Straucheln zu bewahren und euch ohne Tadel und voll Freude vor seine Herrlichkeit treten zu lassen, (25) dem alleinigen Gott, unserem Retter, durch Jesus Christus unseren Herrn, gebührt die Herrlichkeit, Hoheit, Macht und Gewalt vor aller Zeit, jetzt und für alle Zeiten. Amen“.


a. Was Gott für uns tut (24)

Gott „bewahrt uns vor dem Straucheln“ durch Christus. Der Brief ist „an die von Gott Bewahrten für Jesus Christus“ (1) gerichtet. Der Psalmist beschreibt das Unheil, vor dem ihn Gott bewahrt hat, als Gleiten der Füße (Ps 56,13; 66,9; 73,2; 91,12; 94; 116,8). Gottes Fähigkeit vor dem Straucheln zu bewahren ist von Bedeutung in den Pss 121,3-8;140,5;141,9. Ntl Referenzen, dass Gott die Christen bewahrt, sind: 2Thess 3,3; Joh 17,11.15; 1Ptr 1,5 u.a., Gott will Judas Leser bewahren, dass sie nicht auf die sündigen Wege der Falschlehrer geraten und dadurch ihre endgültige Rettung verfehlen. Aber ebenso gilt: Die Leser müssen aktiv ihren Teil dazu beitragen: „bewahrt euch in der Liebe Gottes“ (21)!

Gott lässt „uns ohne Tadel und voll Freude vor seine Herrlichkeit treten“ durch Jesus Christus. Christen sollen vor Gott anwesend sein als heilige geistliche Opfer ohne Tadel. Seine Herrlichkeit meint Gott selbst.


b. Was Gott von uns empfängt (25)

Anbetung und Lobpreis: „Dem alleinigen Gott, unserem Retter, durch Jesus Christus unseren Herrn, gebührt die Herrlichkeit, Hoheit, Macht und Gewalt vor aller Zeit, jetzt und für alle Zeiten. Amen“.




Bauckham, Richard J., Jude, 2Peter, 1986 (referiert in wörtl. Anlehnung)


Frankemölle, Hubert, 1. und 2. Petrusbrief, Judasbrief, 1987 (referiert in wörtl. Anlehnung)


Green, Gene L., Jude and 2Peter, 2008, 17


Green, Michael, 2Peter and Jude, 2009, 61f


Helm, David R., 1 & 2Peter and Jude, Sharing Christ's Sufferings, 2008, 285


Hiebert, D. Edmond, Second Peter and Jude, 1989, 193f


Lucas, Dick & Green, Christopher, 2Peter and Jude, 1995, 238


Robinson, John A.T., Wann entstand das NT, 1986, 208


Schreiner, Thomas R., 1,2Peter, Jude, 2003, 406, 118


Towner, Philip H., Jude, in: Harvey, Robert & Towner, Philip H., 2Peter & Jude, 2009, 145f, 157